literaturkurier.de
15. Dezember 2006
Albrecht Heise schildert das tägliche Chaos im zentralafrikanischen Kongo als eine ernüchternde Mischung zwischen Banditentum, Unsicherheit und Krieg. Die vor kurzem erfolgte Präsidentschaftwahl und die damit einhergehenden Veränderungen des kongolesischen Alltags spielen dabei eine besondere Rolle. Das zweite Leitthema, ebenfalls von höchster Aktualität, ist die im Kongo omnipräsente westliche Entwicklungshilfe. Heise legt dar, warum diese tatsächlich nur ein gut funktionierendes Instrument zur Machterhaltung der jeweils bestehenden Militärdiktatur und einer der Hauptgründe für die prekären Lebensbedingungen eines Großteils der Kongolesen ist. Die brisanten Inhalte und die lebhafte Reportagensprache Heises machen den ernsthaft recherchierten Exkurs in den traurigen kongolesischen Alltag zu einer lesenswerten Bestandsaufnahme.